Fleisch …

Krautreportert Am Ende ist es schon egal, wie Biotiere unters Messer kommen

Danke für die gute Recherche.
Ich frage mich schon eine Weile, wann ich mir die Kugel gebe, sprich, wann ich das Hähnchen, das ich essen werde, selbst töte und entsprechend zerlege.
Es ist ganz einfach, es nicht zu tun und trotzdem Hähnchenflügel zu essen. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
In unserer arbeitsteiligen, kapitalisierten Welt kann ich jederzeit jemanden dafür bezahlen, das zu tun, wozu ich mich nicht in der Lage fühle und kann auch noch versuchen, durch kritischen Einkauf mein Gewissen zu beruhigen.
Doch ist es nicht genauso einfach, diesen Weg nicht zu gehen?
Wir werden uns generell mit unseren Lebensmitteln intensiver beschäftigen müssen, denn die kapitalisierte Welt wird dafür sorgen, dass alles bezahlbar bleibt und das bedeutet:
weiter Arbeit zerteilen, die Verbraucher von den Erzeugern weiter entfernen, mit Werbekampagnen wie Lidl ein Gefühl von Sicherheit zu liefern, damit wir irgendwann keine Tiere mehr schlachten müssen, weil wir uns mit dem gentechnischen Baukasten die Schnitzel selbst industriell zusammengebastelt haben.
Und die Menschen werden es essen. Sie werden sich daran gewöhnt haben, weil das Schlachten unmenschlich ist.
Der einzige Weg, das zu verhindern, ist das Bewusstsein, dass wir genau das nicht haben wollen, sondern damit leben, dass Tiere, wenn wir sie essen wollen, früher sterben müssen, als die Natur das vorgesehen hat.
Und dann ist es eben nötig, wenig Fleisch zu essen und den Bauern zu kennen, der mir die Arbeit des Schlachtens und Zerteilens abnimmt. Und dann muss ich ihn entsprechend bezahlen, doch das dürfte doch nicht so schwer fallen.

10 Milliarden

Gestern haben wir die Filmvorführungsanschlussdiskussion mit
Valentin Thurn (Autor) im Düsseldorfer Bambi mitgestaltet.

Ist mM nach ganz gut angekommen.

Es stand H.Scholz aus Schwalmtal, Biobauer und Landwirtschaftskammer NRW-Vertreterm für Antworten zur Verfügung und ich habe das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft vertreten.

Ich hoffe, ich konnte die Menschen davon überzeugen, dass es zum gentechnisch vereinfachtem Essenmüssen des Industriegemüses durchaus Alternativen gibt.
Allerdings ist verstecken hinter – wir sind ja zu wenig Menschen – keine
sinnvolle Alternative.

Machen, das ist alles.

Bio-Eier

Ich glaube, ich beginne zu verstehen, warum die Menschen keine Fragen mehr stellen wollen:

Die Infos, die man bekommt, wenn man selber fragt, können einen um den Schlaf bringen.

Gestern war ich auf einem Bioland-Hof, der Bio-Eier erzeugt. Die Hühner haben einen mobilen Laufstall,
das ist ja schonmal was. Allerdings darf man nix hinterfragen. Das habe ich getan und habe folgende
Fragen an Bioland geschickt:

„Guten Morgen !
Ich habe gestern etwas über Geflügel erfahren, wozu ich gerne von Bioland ein paar Details erfahren möchte, bevor ich es weiterverbreite,

1. Bio-Legehennen haben ein Leben von ca. 14 Monaten.
2. Durch die Hochzüchtung auf Legeleistung würde die Krankheitsanfälligkeit in den weiteren Lebensjahren so dramatisch ansteigen, dass sich ein „längeres Leben“ nicht rentiert.
3. Es gibt weltweit Patente auf Geflügel, dass es auch im Biobereich nur einen ? zertifizierten Elternstamm gibt, von denen im Prinzip alle Biohühner abstammen. Die Patentierung der Pflanzen wird ja gerade in der Öffentlichkeit debattiert, im Tierbereich ist das längst durch ?
Ich hab noch mehr Fragen, die würden sich aus Ihren Antworten ergeben.“

gespannt bin.